Das AVIGLE-Projekt (Avionic Digital Service Platform) ist ein Forschungsprojekt mit dem Ziel eine neuartige, breit einsetzbare avionische Dienstplattform zu entwickeln, die in der Lage ist, über offene Schnittstellen unterschiedliche Hightech-Dienste zu unterstützen. Bei der Plattform handelt es sich um ein miniaturisiertes unbemanntes Fluggerät (UAV), welches Anwendungsfelder in Bereichen der zivilen Sicherheit, dem Mobilfunk, dem Bau-, GIS- und Vermessungswesen, aber auch dem Unterhaltungsmarkt und den Medien bedienen soll.

Ein praktisches Beispiel ist ein Katastrophenszenario, bei dem die Aufklärungsbilder der Drohne zu einer strategisch wichtigen Positionierung der Einsatz- und Rettungskräfte genutzt werden können, um somit eine schnelle Hilfe für die Unfallopfer zu gewährleisten. Dabei generiert die Drohne Bilder und eine 3D-Virtualisierung in quasi Echtzeit. Der modulare Aufbau des UAVs und der Einsatz in einem Schwarm gestattet nicht nur eine Visualisierung einer großflächigen Region, sondern kann durch den Einsatz von Femto- und Pikofunkzellen eine avionische Funkversorgung bereitstellen. Diese kann die oft nicht ausreichende stationäre Mobilfunkinfrastruktur bei großen Menschenansammlungen ausreichend unterstützen. Die Firma Schübeler arbeitet eng mit den unterschiedlichen Partnern des Projekts zusammen und ist für die Struktur, den Antrieb und die Energieversorgung des UAV zuständig. Unser weitreichendes Wissen und unsere Erfahrung im Bereich von Strömungsmaschinen und Leichtbau haben uns für das Projekt qualifiziert. Die Forschung ist für uns eine weitere Möglichkeit um unser Know-How in allen Bereichen zu stärken und auszubauen.

Bei dem hybriden Fluggerät handelt es sich um einen Tiltwing, welcher durch ein Schwenken der Tragfläche Schwebe- und Horizontalflugtauglich ist. Die Vertikalstart- und Landefähigkeit (VTOL) ermöglicht den Einsatz in räumlich begrenzten Start- und Landezonen und der Horizontalflug eine energieeffizientere Fortbewegung des UAVs. Unter der Verwendung eines Leichtbauchassis aus CFK, eines optimierten Antriebs und Lithium Polymer Akkumulatoren wird eine Flugzeit von 60 min bei einer Abflugmasse von 10 kg mit einer Nutzlastmasse von 1.5 kg angestrebt. Die Geschwindigkeit des Hochdeckers liegt bei maximal 40 m/s. Die Drohne hat eine Spannweite und Rumpflänge von ca. 2m.

In einer intensiven Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen ist z. B. das oben dargestellte Windkanalmodell erstellt worden, welches zur Evaluierung des Designs dient. Unter Anwendung unseres Know-How im Bereich Leichtbau und Strömungsmaschinen, und durch die Möglichkeit dieses Wissen innerhalb von AVIGLE weiter auszubauen und intensiv zu forschen, ist eine unvergleichliche Flugplattform entstanden. Im Laufe des Projekts wurde die Struktur immer weiter optimiert um das Gewicht, die Festigkeit und den Wirkungsgrad der Komponenten zu verbessern. Zur Hilfe nehmen wir bspw. numerische Strömungssimulationen und neue non-autoclave Fertigungstechnologien. Das Projekt wurde aufgrund seiner Komplexität und anspruchsvollen Zielvorgaben verlängert. Projektende ist nun der 30.09.2013. Gefördert wird es durch das Land NRW. Im Folgenden sind projektbeteiligte Firmen und Institutionen aufgeführt:

 

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